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KMG Klinikum Nordbrandenburg Standort Pritzwalk weitaus besser als Bundesdurchschnitt: 2024 und 2025 keine Inhouse-Infektionen bei gefäßchirurgischen Eingriffen an den Bauch- und Beinschlagadern

| KMG Klinikum Nordbrandenburg - Standort Pritzwalk

In den Jahren 2024 und 2025 hat es am KMG Klinikum Nordbrandenburg Standort Pritzwalk bei den von der Klinik für Gefäßchirurgie durchgeführten Operationen an den Bauch- und Beinschlagadern keine Inhouse-Infektionen gegeben. Bei diesen arteriellen Eingriffen werden erkrankte Gefäße ersetzt oder der Blutfluss verbessert, der durch Schädigung, Verengung oder Verschluss von Arterien gestört ist.

Die Auswertung der KISS-Referenzdaten – das sind die vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (Krankenhausinfektionen) in Deutschland veröffentlichen Vergleichswerte – hat ergeben, dass das KMG Klinikum damit weit besser als der bundesdeutsche Durchschnitt ist.

Im Zusammenhang mit den Eingriffen kam es außerhalb des KMG Klinikums 2024 zu einer postoperativen Wundinfektion bei 120 solcher Operationen, 2025 waren es bei 87 Operationen 3. Im Vergleich sind bei diesen Eingriffen bei anderen Kliniken 2024 60 Prozent mehr Infektionen dieser Art erfasst worden, 2025 waren es bei Vergleichskliniken 19 Prozent mehr.

Dr. Andreas Laipple, Chefarzt des KMG Zentrums für Gefäßchirurgie Nordbrandenburg in Pritzwalk, setzt diese Auswertung in den Zusammenhang: „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das ein hohes Maß an Sicherheit und Behandlungsqualität. Wundinfektionen zu vermeiden, bedeutet, Komplikationen zu vermeiden. Das für unsere Patientinnen und Patienten zu leisten, ist unser oberstes Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das gesamte Team an einem Strang ziehen. Dass uns das gelungen ist, erfordert von allen äußerste Disziplin. Und so ist das Erreichte ein enormer Erfolg, auf den wir sehr stolz sind. Ich möchte mich bei allen herzlich für das Geleistete bedanken.“

Das KMG Zentrum für Gefäßchirurgie Nordbrandenburg hat ein Bündel an Maßnahmen als Standard etabliert, um Infektionen zu vermeiden. So werden die Diagnostik und Indikationsstellung zu den Operationen durch das Team des Zentrums durchgeführt. Anschließend wird für alle Patient*innen ein individuelles und jeweils angemessenes Operationsverfahren gewählt. Das erfahrene OP-Team setzt gewebeschonende Operationstechniken ein und vermeidet es dabei, Fremdmaterial zu verwenden. Das heißt, es werden fast ausschließlich körpereigene Venenbypässe eingesetzt. Bypässe sind Umgehungen der geschädigten Stellen in den Arterien.

Darüber hinaus sind etliche weitere Maßnahmen erforderlich, um Infektionen zu vermeiden. Daran sind alle Mitarbeitenden eines Krankenhauses mit direktem oder indirektem Patientenkontakt beteiligt.

Natascha Heid ist als Hygienefachkraft am KMG Klinikum Nordbrandenburg Standort Pritzwalk verantwortlich für die Koordination aller relevanter Hygienemaßnahmen inklusive Überwachung, Mitarbeiterschulungen und Einberufung der Hygienekommission. Sie führt weiter aus: „An diesem Erfolg sind alle Gewerke beteiligt. Sie leisten fantastische Arbeit, indem sie alle Standards einhalten. Das fängt an beim Reinigungspersonal im OP und auf der Station, geht weiter beim ärztlichen und pflegerischen Personal im OP und geht bis zur erstklassigen Wundversorgung durch die Pflegefachkräfte auf der Station.“

Weil das alles kein Selbstläufer ist und kontinuierlicher Disziplin bedarf, ergänzt Natascha Heid: „Damit wir weiterhin so gut bleiben, hatten wir kürzlich beispielsweise eine spezielle Schulung Surgical Site Infection für OP-Personal, bei der es um die Vermeidung postoperativer Wundinfektion ging. Wie wichtig und entscheidend das ist, wird deutlich, wenn wir uns in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückversetzen, bevor die Relevanz von Hygienemaßnahmen entdeckt wurde. Damals sind etwa 40 bis 50 Prozent der Menschen nach erfolgreichen Operationen an Infektionen wie Wundfieber, Blutvergiftung oder Wundbrand gestorben. Wir sind glücklich, dass das heute vermeidbar ist.“

Weitere Informationen zur Krankenhaushygiene und zum Leistungsspektrum des KMG Zentrums für Gefäßchirurgie Nordbrandenburg finden Sie hier.