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Am 12.10.2026 ist Weltrheumatag: Fünf Mythen über Rheuma – und was wirklich stimmt

| Menschen

Weltrheumatag: 5 Mythen über Rheuma und was wirklich stimmt

Rheuma gilt oft als Krankheit des Alters und wird vor allem mit schmerzenden Gelenken verbunden. Doch das greift zu kurz: Unter dem Begriff Rheuma werden viele unterschiedliche Erkrankungen zusammengefasst. Sie können Menschen jeden Alters betreffen und sich auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirken.

Zum Rheumatag 2026 räumt Dr. med. Martin Weigelt mit fünf verbreiteten Mythen auf und erklärt, worauf es ankommt. Er ist Leitender Arzt der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie am KMG Klinikum Nordbrandenburg, Standort Kyritz.

 

Mythos 1: Rheuma ist eine einzige Krankheit mit typischen Gelenkschmerzen

Fakt: Rheuma ist ein Sammelbegriff für mehrere hundert unterschiedliche Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem entzündliche Gelenkerkrankungen sowie Erkrankungen, die Muskeln, Knochen oder Bindegewebe betreffen. Bei vielen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen spielt eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine Rolle. Beschwerden, Verlauf und Behandlung können sich jedoch stark unterscheiden.

Mythos 2: Rheuma bekommen nur ältere Menschen

Fakt: Rheumatische Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten – auch bei Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen. Das Alter allein verrät deshalb nicht, woher Gelenkbeschwerden kommen. Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.

Mythos 3: Rheuma betrifft nur die Gelenke

Fakt: Je nach Erkrankung können auch Muskeln, Knochen, Bindegewebe, Haut oder innere Organe betroffen sein. Rheuma zeigt sich daher nicht bei allen Menschen gleich. Eine genaue Einordnung durch medizinisches Fachpersonal ist wichtig, damit Beschwerden und mögliche Behandlungsschritte passend beurteilt werden können.

Mythos 4: Bei Rheuma sollte man die Gelenke möglichst ruhig halten

Fakt: Bewegung ist häufig ein wichtiger Teil des Umgangs mit rheumatischen Beschwerden. Geeignete Aktivität und Physiotherapie können helfen, Beweglichkeit, Kraft und Gelenkfunktion zu erhalten oder zu verbessern. Welche Bewegung und Belastung sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Erkrankung und der aktuellen Situation ab. Bei Unsicherheit kann das Behandlungsteam beraten.

Mythos 5: Rheuma ist nicht behandelbar

Fakt: Viele rheumatische Erkrankungen verlaufen chronisch und sind nicht heilbar. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann: Behandlungen können Schmerzen lindern, Entzündungen bremsen und dazu beitragen, Beweglichkeit und Lebensqualität zu erhalten. Welche Therapie geeignet ist, richtet sich nach der konkreten Erkrankung und den persönlichen Bedürfnissen.

Beschwerden ernst nehmen und abklären lassen

Rheuma ist vielfältig – und genau deshalb gibt es keine pauschale Antwort auf Beschwerden oder Behandlung. Wer anhaltende Schmerzen, Schwellungen oder Einschränkungen bemerkt, sollte diese medizinisch abklären lassen. Eine fachliche Einschätzung hilft, die Ursache einzuordnen und die nächsten Schritte zu besprechen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Behandlung.