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Verbesserte Lebensqualität für Patient*innen mit Bauchwassersucht: Patient*innen wurden an den KMG Klinika Wittstock und Pritzwalk mit einer alfapump versorgt

| KMG Klinikum Pritzwalk

Wittstock / Pritzwalk. Bereits im November 2021 wurde zwei Patient*innen durch Christoph Krämer, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Minimal Invasive Chirurgie am KMG Klinikum Pritzwalk, eine alfapump implantiert. Die alfapump bietet für Patient*innen mit Bauchwassersucht, in der Fachsprache Aszites genannt, eine Lösung an, die eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität möglich macht.

Die Versorgung mit der alfapump erfolgt in einer Kooperation der KMG Klinika Pritzwalk und Wittstock und wird in Nordbrandenburg an keinem anderen Standort angeboten. Ob Patient*innen mit Bauchwassersucht für diesen Therapieweg geeignet sind, diagnostiziert Dr. Fritz Ferdinand Köstermann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am KMG Klinikum Wittstock. Er kümmert sich dann auch um die Nachbetreuung der Patient*innen.

Aszites kann eine Folge fortgeschrittener Leber- und einiger Krebserkrankungen sein. Auch Herzinsuffizienz ist eine mögliche Ursache. Flüssigkeit sammelt sich im Gewebe und vor allem im Bauchraum. Das bedeutet für Patient*innen eine enorme Einschränkung der Lebensqualität. Der Bauch fühlt sich geschwollen und hart an, es entsteht ein unangenehmes Druck- und Völlegefühl. Auch Kurzatmigkeit sowie Energie- und Appetitlosigkeit können als Symptome auftreten.

Dr. Fritz Ferdinand Köstermann erläutert die beiden jüngsten Aszites-Fälle, die mit einer alfapump versorgt wurden: „Die Patientin und der Patient kamen für andere Lösungen wie eine TIPS, also einer Prozedur, bei der innerhalb der Leber ein Stentanlage gesetzt wird, nicht infrage. Beide hatten bereits viele Krankenhausaufenthalte, bei denen das Bauchwasser mit sogenannten Aszitespunktionen abgeführt wird, hinter sich. Ich habe dann die Eignung für eine Versorgung mit der alfapump festgestellt.“

Einen Monat vor der Implantation in Pritzwalk waren die beiden Patient*innen stationär im KMG Klinikum Wittstock. Dort wurden sie auf eventuell vorhandene Infektionsquellen überprüft, und es wurden die Nieren- und die Leberfunktion eingeschätzt. Dr. Köstermann hat bei diesem Aufenthalt ausführlich über die alfapump aufgeklärt.

Die Implantation erfolgte dann in einer 50- bis 90-minütigen Prozedur am KMG Klinikum Pritzwalk. Oberarzt Krämer war zuvor zu Schulungszwecken am Universitätsklinikum Erlangen, um dort die Besonderheiten der Methode kennenzulernen.

Dr. Köstermann: „Nach dem Eingriff wurden die Patientin und der Patient ausführlich geschult, dabei geht es vor allem um den Aufladevorgang über eine Induktionsschleife. Aus der Zentrale des Herstellers der alfapump - Sequana Medical - in Zürich, in der weltweit alle Pumpen online überwacht werden, erhalte ich einen regelmäßigen Performance-Report mit Tages- und Gesamtfördermenge, Ladezeiten oder eventuell suboptimalen Einstellungen der programmierbaren Pumpe. Inzwischen konnten bei der Patientin fast 22 Liter und beim Patienten 51 Liter Aszites mit der alfapump über die Harnblase abgeleitet werden. Beide sind wesentlich mobiler, haben einen weicheren Bauch und mehr Appetit. Zudem sind bei einem der beiden Fälle sämtliche vorbestehende ausgedehnte Hauterkrankungen komplett zurückgebildet. Dass den beiden durch die alfapump weitere Punktionen erspart bleiben, ist zusätzlich ein enormer Zuwachs an Lebensqualität.“

Nähere Informationen finden sich auf der Webseite www.kmg-kliniken.de unter der Klinik für Innere Medizin II am KMG Klinikum Wittstock oder unter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am KMG Klinikum Pritzwalk.

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