Gesetzliche Vorgaben und medizinischer Fortschritt führen zu einer Veränderung der medizinischen Landschaft, gerade im Krankenhausbereich. Zum einen können viele Eingriffe, für die noch vor wenigen Jahren ein Krankenhausaufenthalt notwendig war, heute mit einer ambulanten Operation durchgeführt werden. Zum anderen findet eine Spezialisierung statt. So machen nicht alle Krankenhäuser alles, sondern es findet eine Konzentration auf ausgewählte Leistungen statt. Auf diese Weise können gerade kleinere Krankenhäuser durch das spezialisierte Angebot die erforderlichen Fallzahlen erbringen, die notwendig sind, um eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Die Folge dieser Entwicklung ist, dass sich für einige Kliniken das Leistungsspektrum verkleinert oder dass sie gänzlich schließen. Auch in der Krankenhauslandschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg hat sich durch die Umstrukturierungen des Krankenhauses Geesthacht die Versorgungslage verändert. Die Bürger*innen des Landkreises sind dennoch nicht von einer guten Gesundheitsversorgung abgeschnitten. Lauenburgs Bürgermeister Thorben Brackmann hatte am 27. Mai 2026 zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, in der dargelegt wurde, wie sich die Versorgungsaufgaben nun zwischen dem Krankenhaus Geesthacht, dem Krankenhaus Reinbek und der KMG Klinik Boizenburg aufteilen und wie der Rettungsdienst des Kreises Herzogtum Lauenburg mit einer Schnittstelle mit der im benachbarten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegenden KMG Klinik Boizenburg verbunden wird.
Christopher Bossow ist Geschäftsführer der KMG Klinik Boizenburg. Er erläutert: „Für viele Menschen in den benachbarten Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist Mecklenburg-Vorpommern vor allem als Urlaubsland bekannt. Dass wir mit unserer Lage im Dreiländereck auch ein überregional bedeutsames medizinisches Versorgungsangebot auf höchstem Niveau bereithalten, ist vielen nicht bekannt. Dabei sind wir seit vielen Jahren ein stabiler und verlässlicher Partner für stationäre, teilstationäre und ambulante Leistungen. Ich freue mich, dass wir jetzt auch mit dem Rettungsdienst Lauenburg die Grenze überwinden und eine Schnittstelle einrichten, so dass der Rettungsdienst sofort einsehen kann, für welche Notfälle wir Kapazitäten freihaben und so unverzüglich entscheiden kann, wo der Patient die schnellste adäquate Hilfe bekommt. Bislang geschieht das telefonisch und kostet wertvolle Zeit in einer Situation, die schnelles Handeln erfordert.“
Die KMG Klinik Boizenburg ist ein Krankenhaus mit den Fachbereichen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, Gastroenterologie, Kardiologie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie. Im Zuge der sich erhöhenden Patientenzahlen – bedingt sowohl durch den Wegfall von Leistungen des Krankenhauses Geesthacht als auch durch die Bedarfssteigerung aufgrund der älter werdenden Bevölkerung – wird das Leistungsangebot zukünftig erweitert und ausgebaut.
Dr. Paul-Ajoy Richter, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie an der KMG Klinik Boizenburg, ergänzt: „Obwohl Lauenburg gerade mal 15 Autominuten von Boizenburg entfernt ist, orientieren sich die Menschen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen für ihre medizinische Versorgung vorwiegend in Richtung Westen. Hierfür gibt es keinen Grund. Ich bin stolz auf die hervorragende Medizin, die in der KMG Klinik Boizenburg angeboten wird.“
In den vergangenen Jahren hat der in Hamburg wohnhafte Arzt Dr. Richter die Kardiologie an der KMG Klinik Boizenburg zu einem fortschrittlichen Zentrum für chronisch kranke Herzpatient*innen ausgebaut. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung von Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und der Devicetherapie, also der Versorgung mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren. Mit der Einführung der sogenannten Left-Bundle-Branch-Pacing-Operationen – kurz LBB-Pacings – hat die KMG Klinik Boizenburg weit überregional neue Maßstäbe gesetzt. Die hochmoderne Herzschrittmacher-Methode verhindert eine Verschlechterung der Herzfunktion und kann nur von äußerst erfahrenen Kardiolog*innen durchgeführt werden.
Die KMG Klinik Boizenburg hat darüber hinaus am 8. Juni 2026 als erste Klinik in Mecklenburg-Vorpommern die neue OmniaSecure ICD-Elektrode implantiert, die die derzeit schlankste verfügbare ICD-Elektrode ist und unter anderem zuverlässigen Schutz vor plötzlichem Herztod bietet.
Dr. Richter führt weiter aus: „Für Eingriffe, die wir in Boizenburg nicht durchführen, haben wir große Partnerkliniken in Hamburg und Schwerin. In diesen Fällen führen Dr. Nadine Elisabeth Köhler, Chefärztin unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, und ich diese Eingriffe dann dort selbst durch. Dadurch erreichen wir, dass Vorsorge, Eingriff und Nachsorge aus einer Hand angeboten werden und unsere Patientinnen und Patienten während des gesamten Behandlungspfades von einem Bezugsteam betreut und von Organisationsaufgaben entlastet werden. Eine enge Kooperation haben wir darüber hinaus mit der Klink für Rhythmologie und Klinische Elektrophysiologie an unserm Schwesterklinikum, dem KMG Klinikum Güstrow. Professor Bänsch und sein Team gehören zu den deutschlandweit führenden Spezialisten bei der nicht-medikamentösen Behandlung von Herzrhythmusstörungen.“
Christopher Bossow macht auf weitere Besonderheiten der KMG Klinik Boizenburg aufmerksam: „Auch in der Gastroenterologie sind wir mit modernster medizintechnischer Ausstattung ein stabiler Versorger in der Region, zumal man bei uns dank effizienter Organisation auch kurzfristig einen Termin zur Magen- oder Darmspiegelung bekommen kann. Ich möchte auch noch erwähnen, dass wir besonders stolz darauf sind, dass wir neben der hohen Qualität in der Medizin sehr freundliche und zugewandte Teams haben. Patientinnen und Patienten berichten gerne davon, dass sie sich bei uns nicht als Nummer und sehr gut betreut und informiert fühlen. Diese familiäre Atmosphäre pflegen und fördern wir bewusst an unserem Haus. Deshalb ist es sehr schön zu beobachten, dass wir das auch immer wieder beispielsweise in unseren Google-Rezensionen widergespiegelt bekommen. Wir freuen uns darauf, nun auch verstärkt für Patientinnen und Patienten aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg da zu sein und den Menschen in der gesamten Region unseres Dreiländerecks ein gutes medizinisches Versorgungsangebot zu machen.“