Menü

Tag der Organspende 6./7.6.2026 - Zeit, Zeichen zu setzen

| Menschen

Am 6. und 7. Juni 2026 steht deutschlandweit der Tag der Organspende im Mittelpunkt. Ziel des Aktionstages ist es, Menschen sachlich zu informieren und dazu zu ermutigen, eine persönliche und selbstbestimmte Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen - unabhängig davon, wie diese Entscheidung ausfällt.

Denn klar ist: Wer sich entscheidet und diese Entscheidung dokumentiert, entlastet im Ernstfall auch Angehörige.

Warum ist eine Organspende überhaupt wichtig?
Viele schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Für manche ist eine Organtransplantation die einzige Chance auf ein längeres oder besseres Leben.

Die Wartezeiten können lang sein — Beispiele:

  • Eine Niere: häufig mehrere Jahre
  • Eine Leber: oft Monate bis wenige Jahre
  • Ein Herz oder eine Lunge: je nach Dringlichkeit oft viele Monate

Wie lange jemand wartet, hängt unter anderem von Blutgruppe, Gesundheitszustand und Verfügbarkeit geeigneter Organe ab.

Welche Arten von Spenden gibt es?

Organspende
Dabei werden nach dem Tod Organe wie Herz, Lunge, Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse transplantiert.

Lebendorganspende
Bestimmte Organe oder Organteile können auch zu Lebzeiten gespendet werden — zum Beispiel eine Niere oder Teile der Leber. Dies geschieht unter strengen medizinischen und gesetzlichen Voraussetzungen.

Gewebespende
Hierzu gehören unter anderem:

  • Hornhaut der Augen
  • Herzklappen
  • Knochengewebe
  • Hautgewebe

Gewebespenden können vielen Menschen helfen — etwa nach schweren Verletzungen oder Erkrankungen.

Stammzellenspende
Stammzellspenden helfen vor allem Menschen mit Leukämie oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Die Registrierung erfolgt meist über spezielle Spenderdateien.

Wer kann Organspender werden?
Grundsätzlich können viele Menschen Organspenderin oder Organspender werden — unabhängig vom Alter. Entscheidend ist immer die medizinische Untersuchung im Einzelfall.

Wichtig zu wissen:

  • Es gibt keine starre Altersgrenze.
  • Auch Vorerkrankungen schließen eine Spende nicht automatisch aus.
  • Die Entscheidung über die Eignung treffen Ärztinnen und Ärzte erst im konkreten Fall.

Was bedeutet „Hirntod“?
Der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktion — häufig „Hirntod“ genannt — ist Voraussetzung für eine Organentnahme nach dem Tod.

Dabei gilt:

  • Der Hirntod wird nach streng geregelten medizinischen Standards festgestellt.
  • Mehrere speziell qualifizierte Ärztinnen und Ärzte prüfen unabhängig voneinander die Diagnose.
  • Erst wenn die Hirnfunktion unumkehrbar ausgefallen ist, gilt ein Mensch rechtlich als verstorben.

Rund um das Thema Hirntod kursieren in sozialen Medien viele Mythen und Unsicherheiten. Medizinische Fachgesellschaften und Aufklärungsstellen betonen deshalb die Bedeutung verlässlicher Informationen und transparenter Aufklärung.

Wie ist die Organspende gesetzlich geregelt?
In Deutschland gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet:

Jeder Mensch kann selbst festlegen,

  • ob er Organe oder Gewebe spenden möchte,
  • welche Organe gespendet werden dürfen,
  • oder ob eine Spende ausgeschlossen wird.

Die Entscheidung ist freiwillig und kann jederzeit geändert werden.

Wie kann ich meine Entscheidung festhalten?
Sie können Ihre Entscheidung dokumentieren:

  • in einem Organspendeausweis,
  • in einer Patientenverfügung,
  • oder digital im Organspende-Register.

Warum Gespräche mit Familie und Freunden wichtig sind
Viele Menschen haben eine persönliche Meinung zur Organ- und Gewebespende — sprechen aber selten darüber. Genau deshalb ist es wichtig, die eigene Entscheidung auch mit Familie, Partnerin oder Partner sowie engen Freunden zu besprechen.

Denn sollte keine dokumentierte Erklärung vorliegen, werden Angehörige im Ernstfall gefragt, wie der Wille der betroffenen Person vermutlich gewesen wäre. Für Familien ist diese Situation oft emotional sehr belastend.

Wer offen über seine Entscheidung spricht und sie mitteilt, schafft Klarheit und entlastet Angehörige in einer schwierigen Situation. Gleichzeitig können solche Gespräche helfen, Unsicherheiten abzubauen, Fragen zu klären und sich gemeinsam mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Dabei gilt: Es geht nicht darum, jemanden zu überzeugen — sondern darum, informiert und selbstbestimmt eine persönliche Entscheidung zu treffen und darüber zu informieren.

Das digitale Organspende-Register — einfach erklärt
Das Organspende-Register ist ein zentrales Online-Verzeichnis, in dem Sie Ihre Entscheidung digital und rechtlich verbindlich speichern können.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • freiwillig und kostenlos
  • ab 16 Jahren nutzbar
  • jederzeit änderbar oder löschbar
  • sicher gespeichert in Deutschland
  • Ärzt*innen können die Erklärung im Ernstfall abrufen

Für die Registrierung benötigen Sie:

  • die eID-Funktion Ihres Personalausweises

  oder

  • die digitale Identität Ihrer Krankenkasse.

Seit Einführung am 18. März 2024 wurden bereits mehr als 559.000 Eintragungen vorgenommen.

Welche Rolle spielen Religionen?
Viele Religionen stehen der Organ- und Gewebespende grundsätzlich offen gegenüber und sehen sie als Akt der Nächstenliebe und Solidarität.

Dennoch können persönliche Glaubensfragen wichtig sein. Deshalb lohnt es sich, sich zu informieren und gegebenenfalls mit Angehörigen, Seelsorgerinnen, Seelsorgern oder Vertrauenspersonen darüber zu sprechen.

Seit wann gibt es den Tag der Organspende?
Der Tag der Organspende wurde 1983 von Patientenverbänden initiiert. Seitdem macht der Aktionstag bundesweit auf die Bedeutung von Organ- und Gewebespende aufmerksam.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Information,
  • Austausch,
  • Aufklärung,
  • und die persönliche Entscheidungsfindung.

Wo bekomme ich neutrale Informationen?
Das Infotelefon Organspende beantwortet Fragen verständlich, sachlich und neutral.
Kontakt:  0800 90 40 400 (kostenfrei, Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr)
Web: www.organspende-info.de

Sonderzeiten zum Tag der Organspende:
Am Samstag, 6. Juni 2026, ist das Infotelefon zusätzlich von 11 bis 15 Uhr erreichbar.

Bitte akzeptieren Sie Marketing-Cookies um dieses Video zu sehen.