Händewaschen im Alltag: 5 Mythen und Fakten für zu Hause
Händewaschen gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, die Übertragung von Krankheitserregern im Alltag zu verringern. Doch rund um Seife, Wassertemperatur und Händedesinfektion halten sich einige Irrtümer hartnäckig.
Zum Welttag des Händewaschens nehmen wir fünf häufige Mythen unter die Lupe.
Wichtig: Die folgenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf die persönliche Händehygiene im privaten und häuslichen Alltag.
Für Krankenhäuser, Rehakliniken, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Seniorenheime, die häusliche Pflege sowie andere Bereiche, in denen pflegerische, diagnostische oder therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden, gelten besondere Hygieneregeln. Hier hat die hygienische Händedesinfektion bei entsprechenden Tätigkeiten und Indikationen einen zentralen Stellenwert. Maßgeblich sind die geltenden Hygienevorgaben und Hygienepläne der jeweiligen Einrichtung.
Mythos 1: Hände müssen sichtbar schmutzig sein, bevor man sie waschen sollte.
Fakt: Krankheitserreger sind mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen. Deshalb sollten die Hände auch dann gewaschen werden, wenn sie sauber aussehen – zum Beispiel nach dem Toilettengang, vor dem Essen sowie nach dem Husten, Niesen oder Naseputzen.
Regelmäßiges Händewaschen kann dazu beitragen, die Weitergabe von Krankheitserregern im Alltag zu verringern.
Mythos 2: Sehr heißes Wasser reinigt die Hände besser als lauwarmes Wasser.
Fakt: Entscheidend für saubere Hände ist nicht möglichst heißes Wasser. Eine angenehme Wassertemperatur ist völlig ausreichend.
Wichtiger sind Seife, das gründliche Einreiben aller Bereiche der Hände und das anschließende sorgfältige Abtrocknen.
Mythos 3: Kurzes Einseifen reicht für gründlich saubere Hände.
Fakt: Ein schnelles „Seife drauf und wieder abspülen“ reicht nicht aus.
Seife deshalb Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingerspitzen gründlich ein. Als Orientierung gelten etwa 20 bis 30 Sekunden. Anschließend die Hände unter fließendem Wasser abspülen und sorgfältig abtrocknen.
Mythos 4: Händedesinfektion ist auch zu Hause grundsätzlich besser als Händewaschen.
Fakt: Für gesunde Menschen ist eine routinemäßige Händedesinfektion im normalen privaten Alltag meist nicht notwendig. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist in vielen Alltagssituationen ausreichend.
In besonderen Situationen kann eine Händedesinfektion jedoch auch zu Hause sinnvoll sein – beispielsweise aus medizinischen Gründen oder zum Schutz besonders gefährdeter Menschen.
Anders ist die Situation im Gesundheits- und Pflegebereich: Dort ist die hygienische Händedesinfektion ein wesentlicher Bestandteil der Infektionsprävention und bei entsprechenden Tätigkeiten und Patientenkontakten erforderlich.
Mythos 5: Antibakterielle Seife schützt besser als normale Seife.
Fakt: Im normalen Privathaushalt ist ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen antibakterieller Seifen nicht ausreichend belegt.
Für die alltägliche Händehygiene genügt in der Regel eine normale, hautschonende Seife – entscheidend ist vor allem, dass die Hände gründlich und lange genug gewaschen werden.
Händehygiene: Auf die Situation kommt es an
Für den privaten Alltag ist gründliches Händewaschen eine einfache und wirkungsvolle Hygienemaßnahme. In medizinischen und pflegerischen Bereichen gelten dagegen weitergehende Anforderungen an die Händehygiene.
Deshalb gilt: Händewaschen zu Hause und professionelle Händehygiene in der Versorgung von Patient*innen oder Pflegebedürftigen dürfen nicht gleichgesetzt werden.