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13.11.2017: Güstrow

news-guestrowKMG Chefarzt Prof. Dr. Tino Just engagiert sich gemeinsam mit Lehnhardt-Stiftung gegen Schwerhörigkeit bei Kindern und Erwachsenen

 

Am Donnerstag, dem 2. November 2017, wurde ein junger gehörloser Patient aus Ghana am KMG Klinikum Güstrow erneut durch die Vermittlung der Lehnhardt-Stiftung mit einem Cochlea-Implantat versorgt – wie vor zwei Jahren eine jemenitische Patientin. Die Hörprothesen werden schwerhörigen oder tauben Patienten eingesetzt, deren Hörnerv noch intakt ist. Mit dem Implantat wird das Hörvermögen verbessert beziehungsweise hergestellt. Der achtjährige Bernard Abrebese aus Accra in Ghana hatte in seiner Heimat nicht die Möglichkeit, sich einer solchen Operation zu unterziehen.

 

Klaus Gollnick, Vorstandmitglied der Lehnhardt-Stiftung: „Wir setzen uns dafür ein, gehörlosen Menschen, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, durch Spenden ein kostengünstiges Chochlea-Implantat-System zu erwerben und eine Operation zu ermöglichen, mit der sie in die Welt des Hörens eintreten können. Es gibt in Deutschland derzeit drei Kliniken, mit denen wir bei solchen Projekten zusammenarbeiten. Bei Professor Just vom KMG Klinikum Güstrow überzeugte uns die Qualität der operativen Versorgung und auch der Nachsorge. Auch die Koordination mit der audiologischen Abteilung unter der Leitung von Doreen Zelma funktionierte ausgesprochen gut. In Güstrow trafen wir auf ein sehr engagiertes und empathisches Team, das sich sehr gut um die Patienten und deren Angehörige kümmerte. Schließlich trafen diese hier in Deutschland auf eine völlig fremde Umgebung - da ist neben der medizinischen Qualität auch der menschliche Umgang sehr wichtig.“

 

Bei Bernard Abrebese konnte zwischenzeitlich eine Erstanpassung des Sprachprozessors vorgenommen und der Erfolg der Operation am KMG Klinikum Güstrow nachgewiesen werden. Er konnte bereits erste Töne wahrnehmen. Weitere Anpassungen des Cochlea-Implantats werden folgen, und der Junge wird an das Sprechen herangeführt werden. Die Lehnhardt-Stiftung bietet der Familie – unterstützt durch internationale Spezialisten - eine lebenslange Betreuung bei technischen und therapeutischen Problemen an.

 

Prof. Dr. Tino Just, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie am KMG Klinikum Güstrow: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir den jungen Patienten aus Ghana erfolgreich operieren konnten. Es ist immer wieder bewegend mit anzusehen, wie ein Mensch, der sein Leben lang taub war, bereits wenige Tage nach der Cochlea-Implantation akustische Signale wahrnimmt und später Sprache versteht. Auch für seine Mutter war das ein bewegender Moment.“

 

Begleitet wurde Bernard Abrebese von seiner Mutter und einem Onkel, der in London wohnt und zur Unterstützung der Familie angereist war. Außerdem war sein fünfjähriger Bruder dabei, der ebenfalls seit der Geburt gehörlos ist. Im Frühjahr 2018 wird die Familie erneut aus Ghana nach Güstrow reisen. Dann wird KMG Chefarzt Just den jüngeren Bruder von Bernard Abrebese mit einem Cochlea-Implantat versorgen.

Familie Abrebese mit Prof. Tino Just und Doreen Zelma

Familie Abrebese mit Prof. Tino Just und Doreen Zelma